UA-57898996-1
Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Der Ursprung des Chlauschlöpfens

"Es war einmal vor ewigen Zeiten, als der Samichlaus seine Wohnung tief im Goffersberg bei Lenzburg hatte. Wie jedes Jahr an seinem Namenstag stieg der alte Chlaus beim Eindunkeln die vielen Stufen des "Himmelleiterlis" hinunter in die Stadt. Zweck seines jährlichen Ausfluges war es, die Leute im Städtchen zu besuchen und sie mit Ratschlägen und kleinen Geschenken glücklich zu machen.

Eines Jahres streuten aber böse Buben Erbsen auf die Treppe, welche zur Chlauswohnung führte. Als der Samichlaus in die Stadt hinuntersteigen wollte, rutschte er aus, kollerte die Treppe hinunter und tat sich an allen Gliedern weh. Doch dies war noch nicht alles. Im Städtchen wimmelte es von Buben in Chlausmänteln. Sie zogen von Haus zu Haus und verspotteten den alten Mann.

Nun war es mit der Herrlichkeit vorbei. Der alte Samichlaus zog sich in seine Wohnung zurück. Donnernd schlug er die Türe hinter sich zu, wodurch der Eingang verschüttet wurde. Den Kindern tat der Streich leid und als im darauf folgenden Jahr kein Chlaus erschien, beschlossen sie mit langen Peitschen Lärm zu machen. Der beleidigte Samichlaus sollte dadurch geweckt und dazu animiert werden, die Leute wieder zu besuchen. Bis zum heutigen Tage wurde der Chlaus nicht mehr gesehen. Deshalb führen wir die Tradition des Chlauschlöpfens auch dieses Jahr weiter."

 

Die Chlausgeissel

Geisseln sind aus Jute und Flachs hergestellt und werden in den Längen von 1.50 bis 4.50 Meter in Handarbeit verseilt. Das Handwerk wurde vor 70 Jahren vom Lenzburger Ernst Lüthi aufgebaut. Dabei hat er die bekannte Lenzburger oder Lüthi Geissel entwickelt. Im 2014 hat sich Ernst Lüthi mit 90 Jahren definitiv zur Ruhe gesetzt. Robert und Daniel Werren aus Egliswil haben das Handwerk vom Geissel-Vater aus Lenzburg übernommen. Pro Jahr stellten Sohn und Vater Werren 800 - 900 Geissel her. Heute kennen wir die Lenzburger oder Lüthi Geissel und die Innerschweizer Geissel:

Lenzburger oder Lüthi Geissel

Die Lenzburger oder Lüthi Geissel ist in einem gleichmässigen, konischen Aufbau gedreht. Die Geissel ist dadurch biegsamer, was das Chlauschlöpfen vereinfacht. Fortgeschrittene Chlöpfer bevorzugen diese Ausführung der Chlausgeissel.

Innerschweizer Geissel

Die Innerschweizer Geissel ist aus verschiedenen Abschnitten zusammengedreht. Dabei sieht die Geissel aus, als wäre sie aus einzelnen Stücken verknotet. Für Anfänger ist diese Ausführung bestens geeignet, da sie sich durch den segmentierten Aufbau einfacher reparieren lässt.

Jute und Flachs verbundenJute und Flachs verbunden


Stiel

Der Stiel ist aus einem Rundholz gefertigt und sollte vom Boden aus ca. zur Hüfte des Chlauschlüpfers reichen. Am oberen Ende ist der Stiel mit einer Kerbe versehen, sodass sich das Seil befestigen lässt.

StielStiel

Wybli

Das Wybli ist das dicke Ende der Geissel und übernimmt die Befestigung am Stiel. Die Befestigung am Stiel sollte so ausgeführt werden, dass sich das Seil um den Stiel drehen lässt.

WybliWybli

Männdli

Das Männdli ist das dünne Ende der Geissel und übernimmt die Befestigung des Zwick. Da Geisseln beim Chlöpfen immer wieder auf den Boden aufprallen können, wird das Männdli oft mit einer stabilen Schnur eingebunden. Der Schutz verhindert dabei ein Ausfransen der Geissel.

MänndliMänndli

Zwick
Das Knallen der Geissel kommt vom Zwick aus. Für einen kurzen Moment ist der Zwick beim Chlauschlöpfen in Überschallgeschwindigkeit, was den eigendlichen Knall verursacht. Geübte Chlauschlöpfer erreichen Lautstätken bis 100 Dezibel. Nylonfasern eignen sich hier als Material bestens.

ZwickZwick